Was tun gegen Nägelkauen? Fingernägel kauen ist eine sehr schädigende Angewohnheit, die sich aber leider viele Menschen aneignen. Studien haben ergeben, dass insbesondere Kinder und Jugendliche an ihren Nägeln knabbern. Dabei sind Jungen und Mädchen gleichermaßen betroffen. Meistens handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Gewohnheit, die mit fortlaufendem Alter verschwindet. Dennoch existieren auch zahlreiche Fälle, in denen das Nägelkauen zu einem chronischen Verhalten wird. Hier muss klar zwischen einer gesunden Haltung und einer Störung differenziert werden.

Gelegentliches Nägelknabbern stellt keine weitere Bedrohung dar. Sobald jedoch ein Zwang entsteht, der den Alltag beeinflusst oder einschränkt, kann das Nägelkauen ungesunde Maße annehmen. Dies gilt insbesondere, wenn das Kauen bereits physische Beschwerden wie Zahnfleischerkrankungen oder Nagelbettentzündungen verursacht. Dabei muss zwischen verschiedenen Ursachen unterschieden werden, die unter Umständen auf eine unterschiedliche Weise therapiert werden können.

 

Was tun gegen Nägelkauen – Ursachenermittlung

 

Experten vermuten die Gründe fürs Knabbern in Verhaltens- und emotionalen Störungen, die in der Regel bereits sehr früh auftreten. Andere Wissenschafter gehen so weit, dass sie das Fingernägel kauen als Zwangsstörung, Impulskontrollstörung oder selbstverletzendes Verhalten sehen. Somit gilt das Knabbern an den Fingernägel teilweise als Symptom oder Begleiterscheinung für andere psychische Beschwerden. Studien haben ergeben, dass Menschen mit bestimmten Erkrankungen vermehrt zum Nägelkauen neigen. Da kann man doch was tun gegen Nägelkauen.

Zu diesen gehören Betroffene von ADHS, Tic-Störungen, Angststörungen, Bindungsstörungen oder Störungen des Sozialverhaltens. Dabei wird das Nägelkauen an sich durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Besonders häufig sind Emotionen wie Langeweile, Stress, Anspannung oder Frustrationen als Ursachen bekannt. In einem solchen Fall hilft das Kauen an den Fingernägeln um einen Ausgleich zu schaffen. Betroffene empfinden die Angewohnheit als entspannend und als Ersatz für eine fehlende Beschäftigung. Insbesondere bei Kindern spielen auch Vorbilder eine Rolle. Der Nachwuchs neigt mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zum Nägelkauen, wenn bereits die Eltern ein solches Benehmen an den Tag legen. Intensives Fingernagel beissen erfolgt sehr oft unbewusst. In unterschiedlichen Situationen tritt die Gewohnheit hervor, ohne dass Betroffene das Fingernägelkauen bewusst wahrnehmen.

 

Was tun gegen Nägelkauen – Ausgleich & Ablenkung

Sehr starkes, unbewusstes Nägelkauen löst ab einem gewissen Punkt nicht nur Schmerzen aus, es kann auch schwerere gesundheitliche Konsequenzen haben. Viele Betroffene, die sich ihrer Störung bewusst sind, möchten ihr Verhalten unter Kontrolle bringen und sich das Knabbern abgewöhnen. Dabei können unterschiedliche Tipps und Tricks helfen.

 

1. Sich eine Beschäftigung suchen

Oft resultiert das Fingernägel kauen aus Langeweile. Sobald das Gefühl eintritt und dazu führt, dass die Finger in den Mund wandern, ist es sinnvoll sich zu beschäftigen. Dies bedeutet, dass zum einen eine bewusste Aktivität gesucht werden kann. Zum anderen erweist es sich unter Umständen bereits als hilfreich, den Mund auf eine andere Art zu beschäftigen, wie zum Beispiel durch das Kauen von Kaugummi.

 

2. Anspannungen vermeiden

Das Kauen an den Nägeln wird häufig durch bestimmte Emotionen ausgelöst. Sobald Wert darauf gelegt wird, diesen aus dem Weg zu gehen, lässt sich das Verhalten einschränken. Während es im Alltag häufig schwierig ist, dauerhaften Druck zu vermeiden, kann innere Unruhe meistens leichter gemildert werden. Bestehende Probleme sollten bewusst gelöst werden, um die Anspannung zu lindern.

 

3. Stressauslöser wahrnehmen

Stress kommt in vielen Momenten vor. In manchen Situationen sind die Empfindungen offensichtlich, wie beispielsweise im Beruf. Aber auch im Alltag treten zahlreiche stressige Umstände auf. Um sich bewusst zu machen, wann die Emotionen zum Nägelkauen verleiten, können Betroffene zu einem Tagebuch greifen. Sobald sich die Angewohnheit bemerkbar gemacht hat, sollte die Situation verschriftlicht werden. Mit der Zeit ist es auf diese Weise möglich, die auslösenden Ursachen ausfindig zu machen.

 

4. Entspannungstechniken

Oft ist es sehr schwierig, Nervosität und Anspannung komplett aus dem Alltag zu eliminieren. In solchen Fällen können Entspannungstechniken Abhilfe verschaffen. Zu diesen gehört beispielsweise autogenes Training oder progressive Muskelentspannung. Solche Entspannungstechniken verlangen zu Beginn etwas Übung, damit sie ihre Effizienz entfachten können.

 

5. Eine Ersatzhandlung suchen

Sobald Betroffene ein Gespür dafür entwickelt haben, wann sie zum Nägelkauen neigen, können sie zu einer Ersatzhandlung greifen. Dafür müssen die Situationen und Emotionen ausfindig gemacht werden, in denen diese Marotte einsetzt. Wird nun bemerkt, dass sich ein solcher Moment anbahnt, kann dem bewusst entgegen gewirkt werden, wie das Ballen der Faust.

 

Was tun gegen Nägelkauen – Hilfsmittel verwenden

 

6. Einen Nagellack gegen Nägelkauen auftragen

Mittlerweile existieren unterschiedliche Nagellacke, die zum Schutz der Nägel aufgetragen werden können. Diese weisen eine durchsichtige Farbe auf, schmecken jedoch sehr bitter. Weil man oft unbewusst an seinen Fingernägeln kaut, kann der unangenehme Geschmack an das Verhalten erinnern, sodass dieses meistens direkt eingestellt wird. Auf lange Sicht gesehen gilt die Verwendung solcher Tinkturen als sehr effektiv. In der Apotheke oder hier auf dieser Seite finden Sie unterschiedliche Nagellacke, die Sie ohne Rezept kaufen können.

 

7. Künstliche Fingernägel

Zum einen können Gelnägel dabei helfen sich das Fingernägelkauen abzugewöhnen, zum anderen sind Fingernägel aus Kunststoff oft so hart, dass sie nicht problemlos zerbissen werden können. Hält die Angewohnheit weiterhin an, bleiben zumindest die echten Nägel geschützt. Dem hinzuzufügen wäre lediglich, dass es sich hierbei für ein Kind nicht um den besten Tipp handelt.

 

8. Regelmäßige Nagelpflege

Raue Hände und überstehende Nagelhaut provozieren oft das Verlangen nach dem Nägelkauen. Deswegen sollte bewusst darauf geachtet werden, sämtliche Anreize zu eliminieren. Dabei kann die Haut auch regelmäßig eingecremt werden, sobald Betroffene den Drang des Knabberns verspüren. Dadurch sind die Hände beschäftigt und gleichzeitig sorgt der Fettfilm für eine größere Abneigung, an den Nägeln zu kauen.

 

9. Anreize schaffen

Um sich etwas abzugewöhnen kann es hilfreich sein, sich bestimmte Ziele zu stecken. Zu diesen gehört beim Fingernägel kauen beispielsweise ein schöner Nagellack. Durch solche Belohnungen wachsen die Motivation und das Durchhaltevermögen. Letztendlich ist es vor allem der eigene Wille, der für eine Verhaltensänderung ausschlaggebend ist. Deswegen kann es unterstützend sein, diesen bewusst zu fördern.

Das Nägelkauen wird von Betroffenen nicht nur oft selbst als unangenehm empfunden, es kann auch zu gesundheitlichen Nachteilen führen. Dementsprechend ist es notwendig, bei dem bestehenden Verlangen nach Veränderungen diverse Tipps gegen das Fingernägel kauen auszuprobieren.