Grundsätzlich wird in vielen verschiedenen Medien und Informationsdiensten, das Nägelkauen in drei verschiedene Kategorien unterteilt. Dabei ist aber ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass diese Typisierung auf keiner medizinischen oder psychologischen Untermauerung beruht und dementsprechend nur zu Veranschaulichungszwecken durch diverse Publikationen eingeführt wurde. Weiterhin sind die verwendeten Begriffe bzw. Bezeichnungen keine festgelegten Benennungen und ersetzten keine ärztliche Beurteilung.

 

Typ 1 – Der Gelegenheitskauer

Von einer Regelmäßigkeit kann hier keine Rede sein. Meistens kommt es zu kleineren Beißattacken, wenn Ecken, Kannten, eingerissene Fingernägel oder abstehende Nagelhaut an den Fingerkuppen stören. Diese Handlung wird bewusst durchgeführt und hat primär optische bzw. kosmetische Hintergründe. Allerdings kann auch aus einem plätschernden Bach ein reißender Fluss werden. Viele unbeliebte Angewohnheiten oder Ticks schleichen sich nach und nach unbemerkt und langsam in unser menschlichen Gehirn ein. Geht man davon aus, dass das Kauen an den Fingernägeln hier bewusst durchgeführt wird, hält sich der Schaden noch relativ in Grenzen und man behält die Kontrolle. Trotzdem sollte die Information im Hinterkopf gespeichert werden und im Fall von einer Verschlimmerung, Hilfe in Anspruch genommen werden.

 

Typ 2 – Der Regelmäßigkeitskauer

Dieser Nagelkau-Typ verkörpert den Übergang von Typ 1 zu 3 und kann damit nicht hundertprozentig eingegrenzt werden. Das Nägelkauen äußert sich hier schon deutlich öfter ab, als in dem vorigen Beispiel. Teilweise wird hier langsam von einem stetigen Knabbern an den Fingernägeln ausgegangen. Dieses Verhalten wird sowohl bewusst, als auch unbewusst an den Tag gelegt. Durch das kontinuierliche Knibbeln sind alle Fingerkuppen in Mitleidenschaft gezogen und die entstanden Folgen sind deutlich schwerer ausgeprägt. Viele Nägel sehen unansehnlich aus und wachsen kaum noch nach. Dies ist oftmals die Vorstufe, bevor sich im Laufe der Zeit schmerzhafte Wunden bilden. Hintergrundmotive sind hier Stress, Langeweile, Kompensation oder statische Angewohnheit.

 

Typ 3 – Der Exzessivkauer

Das Kauen an den Nägeln tritt in zahlreichen Momenten am Tag auf. Häufig knabbern Betroffene ihre Fingernägel so weit runter, dass das Nagelbett und die umliegende Nagelhaut schwer betroffen sind. Mitunter zeichnen sich auch schmerzhafte und eitrige Wunden ab. Das Beißen ist ein fester Bestandteil im Alltag und kann nicht ohne weiteres abgelegt werden. Ein naheliegender Vergleich wäre das Rauchen, wobei aber keine körperlichen Entzugs Erscheinungen auftreten. Spätestens an dieser Stelle ist das Fingernägel kauen zu einer echten persönlichen bzw. psychischen Belastung geworden. Vereinzelt ist in themenrelevanten Berichten von einem selbstverletzenden Verhalten die Rede. Wer sich in solch einem Stadium befindet, schafft es wohl oder übel nicht aus eigener Kraft mit dem Nägelkauen aufzuhören und sollte sich demnach ärztlichen oder therapeutischen Beistand suchen.